Wie es dazu kam
Am Rande der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland (VELKD) und der EKD-Synode traf Pfarrer Marcos Becher (der Generalsekretär der IECLB) auf unseren Pfarrer Falk Klemm. Sie kamen ins Gespräch. Auf Grund ihrer Geschichte ist der IECLB der Kontakt mit Partnern in Deutschland besonders wichtig. So entstand der Gedanke einer Zusammenarbeit. Bei einer ersten Begegnung mit Verantwortlichen in Porto Alegre im Februar 2025 wurde das Konzept der Jugendbegegnung erarbeitet. Seid dem wurden weitere Details gemeinsam erarbeitet. Jetzt starten wir in das Projekt. Wir sind dankbar für die Möglichkeit dieses Projektes durchzuführen und für die Unterstützung von so vielen Seiten. Wir sind gespannt, was da wächst.
Die Bergstadt Ehrenfriedersdorf hat seit diesem Jahr eine Partnerschaft mit der Stadt Estrela in Brasilien. Es fügt sich gut, dass Jugendliche aus beiden Städten an diesem Projekt teilnehmen und so auch diese Partnerschaft vertiefen.
IECLB – unser Partner in Brasilien
Evangelisch-Lutherische Kirche in Brasilien – Geschichte, Migration, Gegenwart
Im Jahr 2024 feierte die Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) ihr 200-jähriges Bestehen. Das Motto „Kirche in Brasilien“ zeigt, dass die IECLB sich als Teil im brasilianischen Kontext versteht und ihr Zeugnis mit allen gesellschaftlichen Herausforderungen im fünftgrößten Staat der Erde mit über 214 Millionen Einwohnern gestaltet.
2024
1.774 Gemeinden
978 Pfarrer
Migration
Innerhalb weniger Dekaden: Tausende in Süd- und Südostbrasilien
Bildung
Heute noch rund 50 im Besitz der IECLB
Präsenz
Geschichtliche Meilensteine
1822–1824: Unabhängigkeit. Dom Pedro I. und Maria Leopoldina werben gezielt um deutsche Siedler.
03. Mai 1824: 324 Deutsche erreichen Nova Friburgo (RJ); Pfarrer Otto Sauerbronn feiert am 14. Juli den ersten lutherischen Gottesdienst.
25. Juli 1824: Gründung von São Leopoldo (RS) durch 39 Auswanderer, 33 davon Lutheraner.
1827–1907: Ausbreitung im Südosten; gezielte Koloniegründungen (u.a. Rio, Petrópolis, Juiz de Fora, São Paulo, Santos)
1847–1851: Neue Kolonien: Santa Isabel, Blumenau durch Dr. Bruno Otto Hermann, Joinville/Dona Francisca
1868: Erste lutherische Synoden entstehen.
1930–1945: Diktatur Vargas, Verbot der deutschen Sprache und massiver Rückgang der lutherischen Schulen.
1949: Zusammenschluss der Synoden zur nationalen IECLB.
1968: Umbenennung zur IECLB und beginnende gesellschaftliche Öffnung.
2014/2024: Höhepunkte und Rückgang bei Mitgliedern und Gemeinden, Jubiläum „200 Jahre IECLB“.
Migration, Kultur und Wandel
- Besonders im Hunsrück und der Pfalz waren soziale und ökonomische Krisen der Anlass für die Auswanderung.
- Die Einwanderer bewahrten ihre Sprache und Bräuche. Die lutherische Kirche unterhielt hunderte Schulen.
- 1930–1945: Assimilationsdruck und nationale Einheitsbestrebungen führten zu Sprachverbot, Schulrückgang und Integration.
- Seit 1889: Trennung von Kirche und Staat. Religionsfreiheit, Anteil der Katholiken sinkt, IECLB wächst.
IECLB heute & gesellschaftlicher Auftrag
- Rückgang auf rund 634.000 Mitglieder, aber Präsenz in allen Landesteilen durch Migration und konfessionelle Vielfalt.
- Aktuelle Herausforderungen sind Polarisierung, Umwelt und Nachwuchsmangel – v.a. im Amazonasraum.
- Konferenz 2024 zu missionarischer Kirche mit pietistischen, evangelikalen und befreiungstheologischen Richtungen.
Die IECLB setzt sich für Bildung, Integration, Nachhaltigkeit und inklusive Gemeindeentwicklung ein – getragen von einem kritischen Blick auf die eigene Geschichte und durch Versöhnungsangebote sowie gesellschaftliches Engagement.
Zitate aus der IECLB
„Die IECLB blickt dankbar zurück – doch unser Auftrag bleibt, Kirche für alle Menschen in einem Land der Vielfalt zu sein.“
„Kirche in Brasilien – mit Brasilien und für Brasilien.“
IECLB offizielle Website: www.luteranos.com.br
LWB: 200 Jahre IECLB
Gustav-Adolf-Werk: Jubiläumsartikel
Vor 200 Jahren ein Aufbruch im Glauben in eine neue Welt
Einblick in Ursachen, Erlebnisse und Folgen der Auswanderung deutscher Familien nach Brasilien – mit historischen Bildern und Zeitzeugen.
Unterstützt durch






