Aktuelles

Unser Gottesdiest vom Sonntag Judika ist hier nachzuschauen:

Kirchennachrichten

April_Mai2020

„Unsere Augen sehen stets auf den HERRN, denn ER wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen!“

Ps. 25,15 – Spruch für den Sonntag Okuli

Liebe Geschwister in dem Herrn Jesus!

 

Die Bilder und Nachrichten, die uns nicht nur aus Oberitalien erreichen sind dramatisch und es ist auch noch nicht abzusehen, welche Folgen die Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus für uns alle haben wird.

 

Das einzige äußere Mittel, was es derzeit zur Eindämmung und Gefahrenbegrenzung gibt, ist der Versuch die Ansteckung zu vermeiden. Es ist ein Gebot der Nächstenliebe und der Achtung staatlicher Gewalt, bis auf Weiteres auf Zusammenkünfte aller Art zu verzichten, um der Gefahr einer Ansteckung und der weiteren Ausbreitung zu begegnen.

 

Die Aussetzung der öffentlichen Gottesdienste und der Kommunion von kirchlicher und weltlicher Seite ist ein in der Geschichte der Kirche beispielloses Geschehen. Es stellt uns den Ernst der Lage vor Augen und hat durch das globale Ausmaß apokalyptische Züge angenommen. Die christliche Gemeinde hat Zeiten von Seuchen und Epidemien darum immer auch als Ruf zur Umkehr zu Gott verstanden. Christen bekennen, dass GOTT regiert und allmächtig ist. Jesus ist auferstanden und hat dem Tode die Macht genommen. Johannes bekommt von Jesus inmitten von Bedrängnis gesagt:

 

„Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ (Offb. 1,17b.18)

 

Die vorliegende Sonderausgabe der Kirchennachrichten enthält wichtige Informationen der Kirchenleitung sowie des Kirchenvorstands über den Umgang mit der derzeitigen Krisensituation. Darüber hinaus soll sie über konkrete Maßnahmen und Terminänderungen in unserer Gemeinde informieren. Zugleich ist sie eine Handreichung für eine tägliche Andacht zu Hause sowie die tägliche Bibellese.

 

Sollten sie in diesen Tagen in eine besondere Notlage kommen und Hilfe benötigen, dann rufen Sie bitte im Pfarramt an. Wir werden versuchen, unser Möglichstes zu tun. Gleichzeitig bitten wir alle Gemeindeglieder, im Notfall für andere da zu sein und Hilfebedürftigen zum Nächsten zu werden.

 

 

Im Namen des Kirchenvorstandes grüßt Sie herzlich Ihr Pfr. Falk Klemm

 

 

Aus der Stellungnahme der Sächsischen Landeskirche

 

Das Landeskirchenamt Sachsens rät in seinem Schreiben zu Lätare

 

Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft« (5. Mose 6,4-5). Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese.“ Markus 12, 29-31 

Die Ehrerbietung, die wir dem dreieinigen Gott, der uns in Wort und Sakrament begegnet und im Gottesdienst unsere Antwort in Gebet und Lobgesang annimmt, ist uns geboten. Dieser Tage sind wir gehalten, dafür neue Formen zu finden und vertraute aber vergessene wiederzufinden. An Gottesdiensten teilzunehmen und die Botschaft im häuslichen Umfeld weiterzugeben, ist ein Gedanke, den Martin Luther in der „Deutschen Messe“ (1526) geäußert hat. Das ist der Urgedanke unserer Hauskreise. Gottesdienste im Rundfunk und im Internet werden stattfinden. Wir laden Sie ein: Feiern Sie mit und tragen Sie die Botschaft auch dorthin, wo sie nicht direkt empfangen werden kann. Der zweite Teil des Christuswortes ist für uns dieser Tage aber nicht minder handlungsleitend: Der Respekt vor den Vorgaben des Staates, der uns als Kirche respektiert und unseren Dienst in Anspruch nimmt, mahnt uns, um unserer Nächsten willen auf Gottesdienste zu verzichten. Es geht uns dabei nicht um Absagen, sondern um die Veränderung des geistlichen Lebens unter völlig außergewöhnlichen Umständen. Es geht uns auch um eine Unterbrechung des üblichen gottesdienstlichen Lebens. 

Dies muss nicht gleichbedeutend mit einer Verringerung des geistlichen Lebens einhergehen oder die Intensität des Gebets bedeuten. Es soll auch keinen Verzicht der Verkündigung bedeuten. Allerdings ist das Leben des Glaubens in Gemeinschaft mehr als eingeschränkt. Deshalb ist unbestritten: Die gebotenen Schritte tun uns in der Seele weh. Es erinnert uns aber gleichermaßen an das Gebot, das wir vom Herrn unserer Kirche empfangen haben. 

Gemeinsam erwarten wir den Sonntag, an dem wir wieder am Tisch des Herrn versammelt sind. Bis dahin gilt es mit wachem Gewissen zu sehen, was uns dieser Tage möglich ist und dabei nicht allein in den Vordergrund zu rücken, worauf wir verzichten müssen.“

Hinzufügen möchte ich noch ein Wort aus dem Bistum Regensburg:

Erfahrungsgemäß lernt man vieles erst schätzen, wenn man es nicht mehr haben kann. Es stellen sich Fragen: „Wie habe ich das vergangene Mal die Kommunion empfangen? War es mir gleichgültig? War ich mir bewusst, dass ich den Herrn der Herren empfange, den Schöpfer, der mich unendlich liebt, obwohl er mich kennt? Habe ich mich erhoben um den Herrn zu empfangen, weil die anderen es auch so getan haben, oder bin ich womöglich sitzen geblieben, da der Nachbar auch sitzen geblieben ist?“

Wie auch immer die Antworten auf diese Fragen ausfallen – Resignation ist nicht am Platze. Wann konkret wir das nächste Mal Jesus in der realen Gestalt von Brot empfangen, ist unklar. Die Vorbereitung hat begonnen. Wann? Jetzt.“

 

Konkrete Maßnahmen in unserer Kirchgemeinde

 

Der Kirchenvorstand hat in seiner Sitzung am 17. März 2020 beraten und folgendes beschlossen:

 

1.    Die aktuellen öffentlichen Gottesdienste in St. Niklas und in der Kapelle in Schönfeld werden entsprechend den kirchlichen und staatlichen Verordnungen abgesagt. Die Kirche bleibt bis auf Weiteres geschlossen.

2.   Sonntags wird 9.55 Uhr als Gebetsruf geläutet (in Schönfeld 8.25 Uhr). Pfarrer und Kantor feiern (solange sie gesund sind) mit ihren Familien die Messe hinter verschlossenen Türen in St. Niklas und nehmen den Gottesdienst auf. Ab Donnerstag kann man sich von der Homepage der Kirchgemeinde das Gottesdienstblatt und die Predigt für den kommenden Sonntag herunterladen und alle Gemeindeglieder sind eingeladen den Gottesdienst in ihren Häusern mitzufeiern. Wir nehmen den Gottesdienst auf und stellen die Audiodatei auf unsere Webseite. Ebenso steht für alle, die keine Möglichkeit haben, den Mitschnitt über das Internet anzuhören, ab Dienstag eine CD mit der Aufnahme des Gottesdienstes zur Verfügung. Bitte teilen sie dem Pfarramt mit, wenn sie eine CD wünschen !

3.    Die Gottesdienste zur Bestattung werden bis auf Weiteres nur noch im Freien und ohne Benutzung der Trauerhalle stattfinden. Wir bitten alle dringend, die Mindestabstände von 1,50 Meter einzuhalten!

4.    Die Konfirmation wird unter Vorbehalt auf das Kirchweihfest am 13.09.2020 verlegt. Die Erstkommunion soll dann in der Evangelischen Messe am Kirchweihmontag, den 14.09.2020, um 18:00 Uhr begangen werden. Die Jubelkonfirmation wird auf den 04.10.2020 verschoben.

Ich möchte Sie alle einladen und ermutigen, in diesen Tagen die Hausandacht wieder zu beleben und zu entdecken! Dazu finden Sie hier einen Vorschlag.

Angebote christlicher Radiosender

 

Eine weiter Möglichkeit zur Teilhabe am geistlichen Leben ist die Teilnahme am Stundengebet der Kirche über das Radio. Klinken sie sich ein in die weltweite Schar der Beter und machen sie sich eins im Gebet mit Pfarrer und den geistlichen Gemeinschaften. Radio Horeb überträgt das Gebet live aus verschiedenen geistlichen Gemeinschaften:

 

6.35 Uhr  Morgengebete

7.45 Uhr  Liturgische Texte zum Tag

9.00 Uhr  Gottesdienst

11.45 Uhr    Mittagsgebet

17.30 Uhr    Abendlob

21.40 Uhr    Nachtgebet

 

Gleichzeitig möchte ich auch auf das Programm des Evangeliumsrundfunk (ERF) verweisen, insbesondere auf die Auslegung der Tageslese in der Sendung „Bibel heute“ um 5.45 Uhr (mit Wiederholungen jeweils um 11.45 Uhr und 19.00 Uhr) sowie die tägliche Sendung „Durch die Bibel“ um 21.00 Uhr.

 

Zum Schluss

 

Die äußeren Umstände zwingen uns dazu, die Passionszeit ganz neu zu begehen und uns auf neue Weise ins Gebet und ins Wort Gottes führen zu lassen. Haben wir auch dazu Vertrauen und bitten wir, dass Gott all dies benutzt, dass sein Evangelium ungehindert läuft und nun noch persönlicher zu den Leuten kommt. Ein Gebet aus dem Gebetshaus in Augsburg möchte ich ihnen noch weitergeben:

 

Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.

Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.

Bitte tröste Jene, die jetzt trauern.

Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.

Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.

Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind.

Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.

Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.

Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen,

Niemanden umarmen können. Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.

Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen,

dass Normalität wieder einkehren kann.

 

Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.

Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.

Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.

Dass Du allein ewig bist.

Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.

Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.

Wir vertrauen Dir.

 

Danke